Agile Methoden führen zum E-Learning-Erfolg

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Beim Lernen ist es wie bei einem Verkaufsgespräch. Um erfolgreich zu sein, bedarf es nur einer Person.

Es ist der Lernende, die Nutzerin oder der Kunde. Diese Person hat die Macht, darüber zu entscheiden, was erfolgreich sein wird. Diese Person sollte daher so viel Mitspracherecht wie möglich erhalten, wenn es um die Entwicklung neuer Konzepte geht. Das ist eine der Grundprinzipien agiler Methoden. Aber bei weitem nicht die einzige.

 

Was zeichnet agile Methoden aus?

Agile Methoden gehören zu den iterativen Modellen im Projektmanagement. Iterativ bedeutet in diesem Kontext eine stetige Wiederholung von Planungs- und Entwicklungsphasen. Dazu gehört ein frühzeitiger „Realitätscheck“: Passen die Ideen zur Praxis? Kann der Nutzer etwas damit anfangen? Werden diese zusätzlichen Funktionen überhaupt genutzt? Die Antworten auf diese Fragen werden nicht vorab analysiert oder vermutet, sondern die Nutzer werden gefragt und einbezogen. Agile Methoden verhindern so kostspielige Fehler, die sonst vermutlich zu spät entdeckt werden würden. Generell gilt: Begriffe wie Interaktion, Flow, Transparenz und dezentrale Strukturen sind bei agilen Methoden von enormer Bedeutung.

Hinter diesen Begriffen steckt ein Hauch Idealismus. Darauf basiert das Agile Manifest, die Bibel agiler Methoden. Dieses Manifest macht deutlich, dass eine gewisse Einstellung vorhanden sein muss, um den Erfolg dieser Methoden zu gewährleisten. Es bringt wenig, agile Methoden von oben einzutrichtern. Agile Methoden basieren auf Freiwilligkeit und Teamwork aus Überzeugung.

 

Beispiele agiler Methoden

Es gibt viele verschiedene Variationen an agilen Methoden. Viele sind einfach und eingängig, andere sind komplexer und für spezielle Projekte besser geeignet. Zwei bekannte Beispiele sollen an dieser Stelle kurz erläutert werden: Kanban und Scrum.

 

Kanban-Methode

Begriffe wie Flow und totale Transparenz hören sich ziemlich gut und sinnvoll an, oder? Sie sind aber, gerade in der Praxis, nicht für jeden sofort geeignet. Oft gibt es Widerstände zu Beginn. Kanban ist eine der bekannteren agilen Methoden, die solch möglichen Widerständen sanft aus dem Weg gehen kann. Alle Arbeitsprozesse werden transparent gemacht und visualisiert (Leinwand und Karteikarten). Wichtig ist, dass alle Aufgaben so kleinschrittig wie möglich notiert werden. (Keine endlosen Mammutaufgaben!) Dann sollen die Prozesse wandern. Von einer Kategorie zur nächsten, zum Beispiel: Starten, Entwickeln, Testen und Veröffentlichen. (Die Kategorien sind natürlich austauschbar.) Wichtiger sind die beiden Prinzipien dahinter: Gleichmäßigkeit und Begrenzung. Die Aufgabenbearbeitung soll nicht ins Stocken geraten (keine Aufgabe lagert zu lange in einer Kategorie). Um das zu erreichen, werden pro Kategorie Limits gesetzt. Zum Beispiel sollten nicht mehr als 4 Arbeitsprozesse gleichzeitig bearbeitet werden. Das erhält die Dynamik und somit den Flow. Diese agile Methode kann behutsam an möglichen Blockaden vorbeiführen.

 

Scrum-Methode

Scrum ist ebenfalls eine agile Methode, mit einem etwas anderen Schwerpunkt. Hier geht es um Schnelligkeit, und das möglichst einfach. Scrum ist daher ein Vorzeigemodell für Agilität. Der Kern von Scrum liegt in einem Wort: Sprints. Dazu werden jedoch keine Laufschuhe benötigt und keine Bestzeiten aufgestellt. Vielmehr bedeutet ein Sprint eine feste Dauer, in der das Entwicklungsteam ungestört arbeitet. Dafür sorgt der Methodenfachmann (alias „ScrumMaster“). Täglich und zwischen den einzelnen Sprints tauchen die Entwickler wieder auf und reflektieren ihre Arbeit, ehe sie wieder in den Sprint wechseln. Auch bei dieser agilen Methode ist ein kontinuierliches Feedback wichtig, nicht nur im Team, sondern auch zwischen Team und Produktverantwortlichen. Allerdings gibt es bei Scrum festgelegte Phasen für den Austausch und feste Zeiten für fokussiertes Arbeiten. Dezentrale Strukturen stehen im Vordergrund, es gibt keinen Projektleiter im herkömmlichen Sinn.

 

3 Tipps für agile Methoden und E-Learning

Tipp 1: Wie schon zu Beginn des Artikels erwähnt, ist der jeweilige Kunde unverzichtbar, wenn es um agile Methoden geht. Und das gilt natürlich umso mehr für Lernangebote im Internet. Entwickler und Kunden arbeiten von Anfang an in einem Boot und es gibt ständig Austausch über Anforderungen und Fortschritte.

Tipp 2: 3,2,1… Sprint! Aufgaben sollen möglichst klein gehalten und schnell bearbeitet werden. Stillstand und Blockaden werden verhindert.

Tipp 3: Fokus und Prioritäten. Alle Aufgaben werden visualisiert und regelmäßig weitergereicht. Es gibt klare Prioritäten und Begrenzungen für gleichzeitige Arbeitsprozesse.

Agile Methoden lassen sich grob in einem Wort zusammenfassen: Kommunikation. Das Fehlen von Kommunikation ist der meistgenannte Grund, warum viele Projekte scheitern oder sich verlangsamen. Da setzen Agile Methoden an und wollen einfach einen Schritt schneller sein.

 

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Foto: geralt (Pixabay)