Die Top 10 Trends im E-Learning

Millionen Menschen weltweit nutzen E-Learning, um sich beruflich oder privat weiterzubilden –- das ist ein riesiger Markt für Entwickler und Lernende, der sich rasch verändert und mit den digitalen Medien weiterentwickelt. Dabei funktioniert E-Learning nicht nach einem linearen Schema: ob Game Based Learning, Augmented Reality oder ganz klassisch per Video, verschiedene Herangehensweisen führen zum Erfolg. Wir stellen die Top 10 der aktuellen Trends im E-Learning vor.

 

1. Mobile Learning

Das Smartphone macht Lernen überall möglich, auf dem Weg zur Arbeit, vor einem Meeting oder im Park. Die Kehrseite: Wer zwischendurch lernt, hat meistens nur begrenzt Zeit und muss den Lernprozess zwangsläufig unterbrechen. Mit dieser verkürzten Aufnahmespanne der Nutzer ändern sich auch die Anforderungen an die Lerninhalte. Einheiten von wenigen Minuten, Micro Learning genannt, sind hier am besten geeignet. Mobile Learning wirkt sich auch auf die Lernfähigkeit aus –- so speichert der Mensch Inhalte besser im Langzeitgedächtnis, wenn er sie in kleineren Zeitabständen wiederholt. Bei fehlender Motivation können Push-Nachrichten helfen, selbst wenn Applikationen gerade nicht aktiv sind. Welche Vorteile das Mobile Learning außerdem mit sich bringt, erfahren Sie hier.

 

2. Responsive Design

Responsive Design gewährleistet, dass Lernformate auf allen Geräten einwandfrei funktionieren und angezeigt werden. Texte und Bilder werden automatisch an die Auflösung des jeweiligen Endgeräts angepasst. Egal ob Smartphone, Tablet oder PC, alle Inhalte werden dem User optimal präsentiert. Texte sind gut lesbar, Bilder werden gut erkennbar und im idealen Format dargestellt. Interaktive Funktionen sind sowohl mit der PC-Maus als auch mit dem Finger auf Touch-Displays einfach bedienbar. Das Responsive Design ist eigentlich kein richtiger Trend mehr, aber die technische Grundvoraussetzung für das Mobile Learning. Ein modernes zukunftsorientiertes LMS sollte heute auf Responsive Design basieren.

 

3. Game Based Learning und Gamification

Beim Game Based Learning wird spielerisch gelernt. Entweder durch ein komplettes Online-Lernspiel oder durch Gamification, also die Integration spielerischer Elemente. Dazu gehören Highscores, ein Quiz oder Rankings, die den Ehrgeiz steigern und positiven Lerndruck erzeugen. Gamification ist kostengünstiger als die Entwicklung eines kompletten Spiels und ermöglicht dennoch, das Gelernte in unterschiedlichen Kontexten anzuwenden. So bleiben auch Wiederholungen spannend und herausfordernd. Gelungene Beispiele für Gamification können Sie hier nachlesen.

 

4. Cloud Computing

Cloud Computing beschreibt die Auslagerung von IT-Infrastrukturen in einen Bereich („Wolke“) des Internets, um Rechenkapazität und Speicherplatz einzusparen. Das kann sowohl Software als auch Hardware und sämtliche Rechnerinfrastrukturen umfassen. Für das E-Learning bietet Cloud Computing damit einige Vorteile. Mobile Learning wäre ohne die Auslagerung von Rechenlasten auf externe Geräte nicht umsetzbar. Zudem ist es möglich, mehrstufige E-Learning-Angebote schnell, kostengünstig und mit großer Reichweite zu veröffentlichen. Welche Vorteile von Cloud Computing Sie noch kennen sollten, erfahren Sie hier.

 

5. Easy Authoring

Easy Authoring steht für Autorensysteme oder Learning Content Management Systeme (LCMS), die es Laien ermöglichen, mit wenig Zeitaufwand und ohne vorausgehende Schulung E-Learning-Kurse zu erstellen. Auch
iPrendo gehört zu den Easy Authoring LCMS und hält viele verschiedene Aufgabentypen bereit, die je nach Bedarf eingesetzt werden, zum Beispiel Single-/Multiple Choice, Lückentexte, Paare bilden, Reihenfolge, Drag and Drop und vieles mehr. Mit wenigen Klicks lassen sich effektive Kurse konzipieren, die online und mobil für alle Endgeräte zugänglich sind. Ist das Produkt auf dem Markt, können Autoren jederzeit Inhalte weiter pflegen, ihre Nutzer verwalten und Nutzerzahlen analysieren.

 

6. „Learning Analytics“ (Big Data)

Um die Effizienz und Qualität von E-Learning Systemen zu steigern, braucht es eine erhebliche Menge an Daten. Weiß das LMS, wie sein Publikum lernt, was es bevorzugt und vielleicht sogar, auf welchem Wissensstand der Einzelne sich befindet, können Lernerfolge vorausgesetzt und eine nötige Förderung frühzeitig erkannt werden. Auch der Autor kann aus den Daten Rückschlüsse auf die Qualität der Lernerfahrung ziehen.

 

7. Interaktive Videos

Videos sind die Oldtimer, wenn es ums Lernen geht und gehörten schon in Form von VHS-Kassetten zum Standard in der Lehre und betrieblichen Weiterbildung. Heute sind sie in neuem Gewand -– Real-Life- und 2D/3D – immer noch eines der wichtigsten Trainingsmedien und zunehmend als kürzere, interaktive Formate beliebt. Mit Tools wie Rapt Media, Interlude oder HTML5-basierten Videolösungen können Anwender ihre Videos interaktiv gestalten und sie durch Multiple-Choice-Tests, Steuer- oder Feedbackfunktionen aufwerten.

 

8. Personalisierung

Während bestimmte Lerntechniken dem einen schnellen Erfolg bringen, macht sich ein anderer nur schwer mit ihnen vertraut. Inzwischen reagieren E-Learning-Systeme auf diese individuellen Bedürfnisse und bieten verschiedene Lernformen an. Das beginnt schon bei der Präsentation der Inhalte: Möchte der User diese lesen, ein Video dazu ansehen oder einfach nur zuhören? Auch eine direkte Ansprache, ein Eingangstest, der Vorwissen abfragt, oder ein Avatar, der durch das Programm führt, sind Varianten der Personalisierung. Eine wichtige Grundlage ist hier wiederum die Datenspeicherung, um mehr Wissen über die NutzerInnen einzuholen.

 

9. Augmented Reality

Die Augmented Reality legt sich wie eine interaktive Folie auf die reale Welt und kann über das Smartphone oder Google Glass entweder Informationen geben oder der Orientierung dienen. Spielen wir Pokémon Go, sehen wir so mit etwas Glück das Pokémon Hornliu in unserer Küche sitzen. Tatsächlich hat Pokémon Go die Augmented Reality in den Mainstream gebracht, die nun auch im E-Learning an Bedeutung gewinnt. Einige erfolgreiche Formate haben sich schon etabliert, etwa die geobasierte App „Zeitreise“ der HdM Stuttgart, die historische Gebäude der Stadt mit Bildern aus der Vergangenheit verknüpft.

 

10. Micro Learning

Durch das Internet sind wir es gewohnt, Informationen kompakt zu erhalten: Twitter stellt nur 140 Zeichen zur Verfügung, Online-JournalistInnen schreiben meist knapp und verständlich. Hier setzt auch Micro Learning an. Das sind kleine Lerneinheiten, die einen in sich geschlossenen Themenbereich behandeln, und das bei einer Bearbeitungszeit von maximal fünf Minuten –- ein Traum für alle, die gerne prokrastinieren. Besonders für den Bereich Sprachenlernen eignet sich dieser Trend, da Vokabeln und Grammatik häufiger Wiederholung bedürfen, um ins Langzeitgedächtnis überzugehen. Ein Beispiel ist die Sprachenapp Duolingo, die Aspekte des Mikro Learnings mit Gamification verbindet. Mehr Infos zu Micro Learning gibt es hier.

 

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Foto: pixabay.com

Autorin: Christina Fortwängler